No Desire

WA Artikel vom 23.06.2009 - "Heißes Eisen aus der Hammer Rockschmiede" +++ 23.06.2009

Lang ist nicht nur der Titel "Strike while the iron is hot", sondern lang waren vor allem die Nächte, in denen das neue Album von "no desire", Hamms Melodic-Rocker, entstanden ist. "Wir standen zum Teil schon um neun Uhr morgens, also zur absoluten "Anti-Rocker-Zeit", im Studio und haben dann bis morgens um drei durchgearbeitet. Das Tageslicht haben wir nur selten gesehen", beschreibt Gitarrist Jens Großlohman mit einem Grinsen.

Doch das Ergebnis ist deswegen noch lange nicht "düster". Im Gegenteil, von Müdigkeit ist auf der frisch gepressten CD keine Spur zu entdecken: Die 13 Stücke sind mitreißend, eingängig und richtig schön rockig.

Da wird dann auch schon mal ein bisschen härter in die Saiten gegriffen, wie etwa bei "Be my lover". Und die Fans dürfen sich auf Abwechslung freuen. "Wir sind absolut zufrieden mit dem Album. Vor allem dafür, dass wir alles selbst in unserem Projekt-Studio produziert haben, haben wir das Optimale erreicht", ist Sänger Hendrik Großlohmann zur Recht zufrieden mit dem Werk.

Immerhin haben sich die Musiker dafür tief in die Arbeit gekniet, an Liedern und Arrangements gefeilt, die Aufnahmen eingespielt, verworfen, wiederholt und immer wieder neue Ideen eingebracht. Besonders Christoph Thonemann hat sich zudem noch in die umfangreiche Technik eingearbeitet, Mischpult und PCs im Wechsel mit der Gitarre bedient.

"In unserem Heimstudio konnten wir natürlich sehr locker arbeiten, einfach auch mal eine Stunde dran hängen. In einem professionellen Studio wäre sicherlich viel mehr Druck da gewesen", ist sich Hendrik Großlohmann sicher.

Trotz allem Perfektionismus, den die vier Hammer bei ihrer ersten großen Produktion an den Tag legten, hatten sie offensichtlich auch viel Spaß dabei. So entstand etwa spontan während der Proben "Queen of the dancefloor", eine augenzwinkernde Persiflage an die elektronische Diskomusik mit reichlich Synthesizer und Rhythmuspatterns.

Überhaupt zeigen sich No desire experimentierfreudig, mit verspielten Intros, mehrstimmigen Gesang und angenehm gitarrenlastigem Sound. "Wir hatten die Möglichkeit, viel, viel mehr auszuprobieren", macht Schlagzeuger Christoph Lockert neugierig auf die CD. Im Vergleich zur "Demo-Scheibe" "On the Prowl" sei ""Strike while the iron is hot" wesentlich energiegeladener. "Wir haben eineinhalb Jahre daran gearbeitet. Irgendwann mussten wir uns eine ,Deadline' setzen, sonst hätten wir ewig weiter gemacht", erzählt Jens Großlohmann.

Diesen Stichtag legten sie auf den 27. Juni, auf den NRW-Tag. Ab 17.30 Uhr stehen die Musiker am Samstag auf der Allee-Center-Bühne (B5), um eine Stunde lang mit Live-Qualitäten zu überzeugen.

Trotz der erfolgreichen Studioarbeit wollen sich die Vier nicht dauerhaft hinter den schallgedämmten Wänden ihres Heimstudios verstecken. Nach einer kurzen Sommerpause sind No desire wieder in Hamm und Umgebung unterwegs. fla




Zurück zum News-Archiv